Gutes Betriebsklima? Darunter versteht nicht jeder dasselbe.

Warum gute Zusammenarbeit für jeden etwas anderes bedeutet – und was das für die Mitarbeitergewinnung heißt.

„Bei uns herrscht ein gutes Betriebsklima.“ „Wir haben ein tolles Team.“ „Zusammenarbeit wird bei uns großgeschrieben.“

Solche Aussagen finden sich in unzähligen Stellenanzeigen und auf Karriereseiten. Und meistens sind sie durchaus ehrlich gemeint.

Aber was bedeutet eigentlich ein gutes Betriebsklima?

Fragen Sie fünf Mitarbeitende, was sie an ihrem Arbeitsumfeld besonders schätzen, bekommen Sie möglicherweise fünf unterschiedliche Antworten.

Denn was wir als angenehm, motivierend oder belastend empfinden, hängt auch von unseren persönlichen Werten und Bedürfnissen ab.

Was für den einen gut ist, kann den anderen stören

Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag:

Ein Mitarbeiter schätzt es, wenn er eigenständig arbeiten und Entscheidungen selbst treffen kann. Für ihn bedeutet ein gutes Betriebsklima vor allem Vertrauen, Freiraum und möglichst wenig Kontrolle.

Seine Kollegin empfindet es dagegen als angenehm, wenn Zuständigkeiten klar geregelt sind, Entscheidungen gemeinsam abgestimmt werden und sie regelmäßig Rückmeldung bekommt.

Beide wünschen sich ein gutes Arbeitsumfeld. Aber sie verbinden damit unterschiedliche Erwartungen.

Ähnlich sieht es bei der Teamarbeit aus.

Für manche bedeutet gute Teamarbeit, dass alle eng zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und möglichst viele Entscheidungen gemeinsam treffen.

Andere verstehen darunter, dass jeder seine Aufgaben zuverlässig erledigt, Verantwortung übernimmt und man sich aufeinander verlassen kann – ohne ständig alles miteinander abstimmen zu müssen.

Beides kann hervorragend funktionieren. Entscheidend ist, wie das Unternehmen tatsächlich arbeitet und was die Menschen brauchen, die dort arbeiten.

Unternehmenskultur ist mehr als ein gutes Gefühl

Jedes Unternehmen entwickelt im Laufe der Zeit eine eigene Kultur. Sie zeigt sich darin, wie Entscheidungen getroffen werden, wie Führung funktioniert, wie Menschen miteinander umgehen und welche Verhaltensweisen selbstverständlich sind.

Gerade in kleineren, inhabergeführten Unternehmen ist diese Kultur häufig stark durch die Persönlichkeit und die Werte der Unternehmensführung geprägt.

Das muss keineswegs schlecht sein. Im Gegenteil: Eine klare, gelebte Unternehmenskultur kann eine große Stärke sein.

Schwierig wird es erst, wenn sie nach außen anders dargestellt wird, als sie im Alltag erlebt wird.

Wer beispielsweise mit flachen Hierarchien und viel Eigenverantwortung wirbt, tatsächlich aber jede Entscheidung durch die Geschäftsführung treffen lässt, weckt Erwartungen, die später enttäuscht werden.

Warum das für die Mitarbeitergewinnung wichtig ist

Menschen suchen nicht nur eine Aufgabe, die zu ihren Fähigkeiten passt. Sie haben auch Erwartungen daran, wie sie arbeiten möchten, wie sie geführt werden und wie die Zusammenarbeit funktioniert.

Deshalb reicht es im Recruiting nicht, ausschließlich die fachlichen Anforderungen einer Stelle zu beschreiben.

Ein Unternehmen, in dem klare Strukturen, verbindliche Regeln und feste Zuständigkeiten wichtig sind, kann für die richtigen Menschen ein ausgesprochen attraktiver Arbeitgeber sein.

Genauso wie ein Unternehmen, das auf Eigeninitiative, flexible Arbeitsweisen und große Entscheidungsspielräume setzt.

Nicht jede Unternehmenskultur muss zu jedem Menschen passen. Aber die Menschen sollten wissen, worauf sie sich einlassen.

Aus allgemeinen Versprechen werden konkrete Aussagen

Statt in einer Stellenanzeige einfach von einem „tollen Team“ zu sprechen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen:

  • Wie unterstützen sich die Mitarbeitenden im Alltag?
  • Wie viel Eigenverantwortung gibt es tatsächlich?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Welche Rolle spielen feste Abläufe und klare Zuständigkeiten?
  • Was schätzen die Mitarbeitenden besonders an ihrer Zusammenarbeit?

Aus den Antworten entstehen Aussagen, die ein Unternehmen wirklich beschreiben – und mit denen Bewerbende etwas anfangen können.

Erst verstehen, dann darüber sprechen

Genau hier setzt mein Arbeitgeber-Profiler an. Gemeinsam mit der Unternehmensführung und Mitarbeitenden arbeite ich heraus, welche Werte die Zusammenarbeit prägen, was den Arbeitsalltag ausmacht und was das Unternehmen als Arbeitgeber besonders macht.

Nicht, um eine möglichst attraktive Unternehmenskultur zu erfinden. Sondern um die vorhandene Kultur sichtbar und verständlich zu machen.

Denn ein gutes Betriebsklima lässt sich nicht für alle Menschen gleich definieren.

Aber ein Unternehmen kann sehr wohl zeigen, was gutes Arbeiten bei ihm konkret bedeutet.

Und damit genau die Menschen ansprechen, die sich in diesem Arbeitsumfeld wohlfühlen und gerne ihren Beitrag leisten möchten.

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